Wissensdatenbank

Basiswissen Persönliche Schutzausrüstung

PSA_Mensch_Symbole

Allgemeines

Kategorien

Atemschutz

Filter

Tragezeitbegrenzungen             

Augen- und Gesichtsschutz

Schutz bei biologischer Gefährdung

Schutz bei chemischer Gefährdung

Schutz bei elektrischer Gefährdung

Schutz bei mechanischer Gefährdung

Schutz bei optischer Gefährdung

Schutz bei thermischer Gefährdung

Optische Klasse              

Fußschutz

Klassifizierungsarten

Anforderungen

Gehörschutz

Handschutz

Schutzhandschuhe gegen Mechanische Risiken

Hautschutz

Kopfschutz

Schutzkleidung

Warnkleidung

Schutz gegen Absturz

Schutz gegen Ertrinken

Allgemeines

Grundanforderungen

  • Für den Gebrauch durch eine Person bestimmt (Ausnahme: Gesundheitsgefahren und hygienische Probleme treten nicht auf),
  • Muss Individuell angepasst sein
  • Beim Tragen mehrere PSA gleichzeitig - aufeinander abgestimmt sein 
  • Keine Dauerbelastung sein (Tragezeitbegrenzungen)
  • Kein Ersatz für technische oder organisatorische Schutzmaßnahmen
  • Hygienisch und technisch einwandfrei sein
  • defekte PSA ist auszutauschen oder (wenn möglich) sofort instand zu setzen
  • kontaminierte PSA ist zu reinigen oder zu entsorgen
  • Reinigung (Transport) ist so durchzuführen, dass es zu keiner Kontamination kommt 
  • Beschäftigte sind auf die zu benutzende PSA einzuweisen
  • Bereitgestellte PSA muss durch den Beschäftigten ordnungsgemäß verwendet werden.

Kategorien

Kategorie I

Schutz vor geringen Risiken, bei denen davon ausgegangen werden kann, dass der Benutzer diese selbst beurteilen kann, dazu gehören:

  • oberflächliche mechanische Verletzungen
  • Berührung mit schwach aggressiven Reinigungsmitteln
  • Berührung von Oberflächen unter 50°C
  • Schädigung der Augen durch Sonneneinstrahlung
  • nicht extreme Witterungsbedingungen

 

Kategorie II

PSA die weder der Kategorie I noch der Kategorie III zuzuordnen ist.

 

Kategorie III

Schutz gegen tödliche Gefahren oder ernste und irreversible Gesundheitsschäden, bei denen man davon ausgehen muss, dass der Benutzer die unmittelbare Wirkung der Gefahr nicht rechtzeitig erkennen kann. 

  • gesundheitsgefährliche Stoffe und Gemische
  • Atmosphären mit Sauerstoffmangel
  • schädliche biologische Agenzien
  • ionisierende Strahlung
  • warme Umgebung, mit vergleichbarer Auswirkungen wie bei einer Lufttemperatur von 100°C
  • kalte Umgebungen, mit vergleichbaren Auswirkungen wie bei einer Lufttemperatur von -50°C
  • Stürze aus der Höhe
  • Stromschlag oder Arbeite an unter Spannung stehenden Teilen
  • Ertrinken
  • Schnittverletzungen durch handgeführte Kettensägen
  • Hochdruckstrahl
  • Verletzungen durch Projektile oder Messerstiche
  • schädlicher Lärm 

Dokumentation und Kennzeichnung:

Für alle PSA-Kategorien muss eine technische Dokumentation, eine Konformitätserklärung und das CE-Zeichen verpflichtend.
Ab Kategorie II ist zusätzlich eine EG-Baumusterprüfbescheinigung nachzuweisen.
Bei Kategorie III muss, nach dem CE-Zeichen, einer vierstelligen QS-Kontroll-Kennnummer der Prüf- / Zertifizierungsstelle angeben sein. 

Atemschutz

Gebotszeichen: M017 „Atemschutz benutzen"

9232_gebotskennzeichnung_atemschutzUceLrlNBAw3Kb  

Vorschriften:

DGUV-R 112-190 (BGR 190) „Benutzung von Atemschutzgeräten“ (Link)

Anforderungen:

Arbeitsmedizinische Vorsorge G26 (Link):

  • Gerätegruppe 1: Gerätegewicht bis 3kg; Atemwiderstand bis 5mbar (Bsp. Filtergeräte mit Partikelfilter P1-P2; gebläseunterstützte Filtergeräte)
  • Gerätegruppe 2: Gerätegewicht 3-5kg; Atemwiderstand über 5mbar (Bsp. Filtergeräte mit Partikelfilter P3, Gas-& Dämpfefilter, Kombinationsfilter)
  • Gerätegruppe 3: Gerätegewicht über 5kg (Bsp. frei tragbare Isoliergeräte)

 

 

  • Auswahl des Atemschutz nach Sauerstoffgehalt, Schad- oder Gefahrstoffen, Höhe der Exposition, Umgebungsbedingungen, Schwere der Arbeiten
  • Atemschutzgeräte dürfen nur in Bereichen ohne Gefährdung an- und abgelegt werden
  • Einsatzgrenzen beachten!

 

Kennzeichnung:

PSA Kategorie III: CE-Zeichen die vierstellige Nummer der notifizierten Stelle, Hersteller, Typbezeichnung, Prüfnorm.

PSA-KAT3-Kennzeichnung

Bei Filtern: Schutzart (Partikel, Gase & Dämpfe, Kombination) und Schutzklasse (1-3)

Sundstroem_Filter_H02-5312_001

 

Arten

Unterteilung der Atemschutzgeräte nach Filtergeräten und Isoliergeräten:

Filtergeräte: umgebungsluftabhängige Geräte, Filterung der Schadstoffe aus der Umgebungsluft; nur einsetzbar bei >17% Sauerstoffanteil (>19% bei CO-Filtern), der hohe Atemwiderstand kann durch die Benutzung von Gebläsen reduziert werden (gebläseunterstützte Atemschutzgeräte).

Isoliergeräte: umgebungsluftunabhängige Geräte, Zuführung von schadstofffreier Luft mittels: Schlauch- (nicht freit tragbare Geräte) oder Behältergeräten (frei tragbare Geräte).

Selbstretter / Fluchtgeräte: Geräte die Flucht aus schadstoffbelasteter Atmosphäre ermöglichen; keine arbeitsmedizinische Vorsorge nötig; können Filter- oder Isoliergeräte sein.

 

Atemanschlussgeräte stellen die Verbindung zwischen Anwender und Filter oder Isoliergerät her:

Filtrierende Masken / FFP: der komplette Maskenkörper besteht aus filtrierendem Material – nur als Filtergerät einsetzbar!

Halb- & Viertelmasken: umschließen einen Teil des Gesichtes, mindestens Mund und Nase – es dürfen nur Filter bis 300g angeschlossen werden.

Vollmasken: umschließen das gesamte Gesicht und bieten zusätzliche einen Augen- und Gesichtsschutz (Brillenträger müssen Maskenbrillen verwenden, Kontaktlinsen sind nicht geeignet).

Atemschutzhauben- & helme: nicht dichte Atemschutzgeräte die mittels Überdruck (z.B. Gebläse) die Atemluft von Schadstoffen frei halten.  

Mundstückgarnituren (mit Nasenklemme): werden von den Zähnen gehalten und dichten den Mund ab; Einsatz bei Selbstrettern und Fluchtgeräten.

 

Filter

Kennzeichnung des Filters bei Filtergeräten nach Eignung für Partikel und / oder Gase & Dämpfe (Farbe und Buchstabe), sowie nach Filterklassen (Zahl 1-3).

Eignung

Buchstabe

Farbe

Eignung

P

weiß

Partikel

AX

braun

organische Gase und Dämpfe mit einem Siedepunkt < 65°C

A

braun

organische Gase und Dämpfe mit einem Siedepunkt > 65°C

B

grau

Anorganische Gase und Dämpfe z.B. Chlor, Schwefelwasserstoff, Blausäure

E

gelb

Schwefeldioxid, Chlorwasserstoff, andere saure Gase

K

grün

Ammoniak und organische Ammoniakderivate

CO

schwarz

Kohlenmonoxid

Hg-P3

rot-weiß

Quecksilberdampf

NO-P3

blau-weiß

Nitrose Gase, Stickstoffoxide einschließlich Stickstoffmonoxid

Reaktor

orange-weiß

Radioaktives Jod, einschl. radioaktivem Jodmethan


Filterklasse

Partikelfilter (Höhe des Abscheidevermögen variiert nach Anschlußgerät):

1 = geringes Abscheidevermögen Nicht für CMR-Stoffe geeignet!
2 =  mittleres Abscheidevermögen  
3 = hohes Abscheidevermögen 

Gas- & Dämpfefilter  A, B, E, K

1 = bis 1.000 ml/m³
2 = bis 5.000 ml/m³
3 = bis 10.000 ml/m³

Gas- & Dämpfefilter CO, Hg, NO, Reaktor: Einsatzdauer in Abhängigkeit der Konzentration nach Herstellerangaben

Partikelfilter werden Nutzungsdauer gekennzeichnet, mit R gekennzeichnete Filter dürfen über eine Arbeitsschicht hinaus benutzt werden; mit NR gekennzeichneten Filter nur eine Arbeitsschicht benutzt werden. Unabhängig davon müssen bei zu hohem Atemwiderstand die Filter ausgetauscht werden. Eine Reinigung von Filtern ist nicht zulässig! 

Kombinationsfilter werden entsprechend ihres Einsatzbereiches gekennzeichnet, z.B. ABEK2P2 = Filterklasse 2 bei Gas- & Dämpfefilter A, B, E, K und Filterklasse 2 bei Partikelfilter. 

Tragezeitbegrenzungen

Atemschutzgerät

Tragedauer

in min.

Erholungs-dauer in min.

Einsätze

pro Arbeitstag

Arbeitsschichten

pro Woche

FFP ohne Ausatemventil

75

30

5

4 (2-1-2)

2 Tage

1 Tag Pause

2 Tage

FFP mit Ausatemventil

120

30

3

5

Halbmaske

120

30

3

5

Vollmaske

105

30

3

5

Vollmaske mit Gebläseunterstützung

150

30

3

5

Haube mit Gebläseunterstützung

Keine Begrenzung

 

Bei Atemschutzgeräten mit Schutzanzug mit Hitzestress verringerten Eigenschaften (z.B. Schutzanzügen der Kat. III Typ 5-6) verringert sich die Tragedauer um  0,8x Tragezeit des Atemschutzgerät  

Durch eine Verkürzung der Tragezeiten ergibt sich eine entsprechende Verkürzung der Erholungszeiten und eine Erhöhung der maximalen Einsätze pro Arbeitsschicht

Formel: kürzere Einsatzdauer=(kürzere Tragedauer x minimale Einsatzdauer)/(maximale Tragedauer)

Eine weitere Begrenzung der Tragdauer kann durch die klimatischen Verhältnisse (Temperatur, Luftfeuchte, Wärmestrahlung …) oder Beschränkungen durch Bekleidung notwendig sein. 

 

 

 

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